Medizinische Informationen

 

Allgemein

Die Varizen (Krampfadererkrankung) sind bei etwa 90% der Patienten genetisch bedingt. Das heisst, in der Familie des betroffenen Patienten gibt es immer eine oder mehrere Personen mit der Krankheit.


Es gibt einen kleinen Prozentanteil an Patienten, (etwa 10%), welche die Varizen als Folgezustand einer Thrombose oder Unfall mit Gewebezerstörung und auch Gefässmissbildungen bekommen.

Die 2 grössten Gefahren für den Patient mit Varizen sind:

- Die Entstehung einer Thrombose (Blutgerinnung in einem Gefäss) oder sogar eine Embolie (abtrennung eines Pfropfenteilchens, welches im Herz, Gehirn, Lunge oder andere Organe ein anderes Gefäss verstopft)

- Die Entwicklung von "offenen Beinen" mit massiver Minderung der Lebensqualität.

 
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Diagnose

Die Diagnose der Venen Erkrankungen wird anhand von 3 Komponenten erstellt:


Anamnese:

Hier wird über die Entwicklung und Entstehung der Beschwerden eine Übersicht ermittelt.


Körperliche Untersuchung:

Die Venen können folgendermassen lokalisiert werden:

Durch das blose Auge, mit Hilfe der Sonographie oder durch Ertasten mit den Fingern.


Ultraschall Untersuchung:

Hiermit kann man den Status der Venen und die Arterien sehr genau sehen. Es kann sichtbar dargestellt werden welche Venenklappen defekt sind.  Auch dient diese Untersuchung zur Feststellung einer Thrombose.

 

Besenreiser

Besenreiser bekamen ihren Namen durch ihr Aussehen. Sie erinnern an die feinen Ästchen die früher zu einem Kehrbesen zusammengebunden wurden. Die so genannten Besenreiser sind erweiterte, in der Haut liegende Venen, die sich in einer dünnen Schicht an der Basis der Haut befinden.

Sie erscheinen meistens bläulich oder rötlich. Besenreiser sind genau wie andere erkrankte Venen durch genetische Veranlagungen beeinflusst.

Aufgrund einer Drucksteigerung, kommt es mit der Zeit zur Dehnung der Wand und korrespondierenden Erweiterung der dazugehörigen Vene.

Auch hormonelle Veränderungen können die Entstehung von Besenreiser begünstigen. Besenreiser sind keine medizinisch zu behandelnden Venen und sie stellen auch keine Gefahren einer Thombose dar. Sie werden jedoch von einer kranken, sich im oberflächlichen Venensystem befindenden Vene gespeist.

Das am Besten erforschte Therapieverfahren ist die so genannte Verödung. Mittels einer sehr feinen Nadel wird das Verödungsmittel direkt in die erweiterten Äderchen gespritzt. Diese verkleben danach und sind nicht mehr sichtbar.


Die Verödung ist eine risikoarme Methode. Es handelt sich um eine rein ästhetische Behandlung, dennoch müssen auch seltenere Risiken und Nebenwirkungen erwähnt werden:

- unbeabsichtigtes Einspritzen ins umliegende Gewebe mit Entstehung von Hautgeschwüren, die nur langsam und unter Narbenbildungen heilen.

- Allergische Reaktionen auf das Verödungsmittel

- Bräunliche Hautflecken können durch kleine Blutergüsse entstehen, welche sich nach einiger Zeit auflösen.

 

Besenreiser Behandlung

Die Pletysmographisch gesteuerte Verödung wird mikroskopisch durchgeführt. Daher können kleine Venen problemlos entfernt werden.

 

Konservative Venentherapie

Die konservative Therapie wird über die Kompression mittels Kompressionsstrümpfe durchgeführt.

Es ist von dem Befund abhängig, ob diese bis in die Höhe zum Oberschenkel getragen werden oder bis zur Höhe der Kniekehle.

Durch die Kompression werden die Venen zusammen gedrückt und das Blut kann einfacher fliessen. Diese Therapie kann mit Lymphdrainagen ergänzet werden.

 

Venen Operation

Die Operativen Möglichkeiten um die Krankheit der Venen zu behandeln ist breit gefächert:


  • Konventionelle Chirurgie: Die Venen werden an markierten Stellen gezielt mit einer speziellen Sonde entfernt. Hier wird kosmetisch vorgegangen (Gewebeschonend), so dass keine Narben entstehen.

  • CHIVA in Hybrid Verfahren mit der EVP (Extraluminale Valvuloplastie). Bei dieser Methode welche ambulant durchgeführt wird, bleiben die Venen erhalten. Die Klappen bzw ihre Funktion werden Wiederhergestellt.Endoluminale Radiofrequenztherapie: Eine in die Vene eingeführte Sonde erhitzt sich auf zwischen 85°C und 120°C, je nach Methode. Dabei verbennt sie die Vene. Die Vene bleibt im Körper.

  • Endoluminale Laser Therapie: Bei diesem Verfahren wird ähnlich vorgegangen wie bei der endoluminalen Radiofrequenztherapie, aber die Erhitzung der Vene erfolgt durch Laserlicht. Hier bleibt die Vene ebenfalls im Körper.

  • Clarivein® : Bei diesem Verfahren wird die Blutgefäßwand quasi aufgeraut, durch einen dünnen rotierenden Draht, der sich an der Spitze des Katheters befindet.  Währenddessen spritzt der Operateur das Verödungsmittel, welches auf diese Art und Weise effektiver wirken kann. Die Vene bleibt hier ebenfalls im Körper.

  • Venaseal®: Hier wird in die Vene ein Klebstoff injiziert, der diese verklebt. Die Vene bleibt im Körper.


Bitte beachten Sie, dass nicht immer alle operativen Möglichkeiten für alle Patienten einsetzbar sind.

Wir klären Sie gerne darüber auf, damit Sie sich für die optimale Behandlung auf Ihre Gesundheit und persönlichen Wünsche abgestimmt entscheiden können.